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Wir würden unseren Babys nie eine Mahlzeit wegnehmen, warum machen wir das mit dem Schlaf?

Wenn ich mich umsehe und umhöre scheint es mir normal geworden zu sein, mit Babys und Kleinkindern abends wegzugehen, statt sie zeitig ins Bett zu legen, damit sie ihren Schlaf bekommen. Tatsächlich ist es aber so, dass jedes Kind unter 3 Jahren um 19 Uhr im Bett liegen sollte – so ist der Biorhythmus ausgelegt.

Gesellschaftsfähige Babys und die Folgen

Es ist gesellschaftsfähig geworden Babys und Kleinkinder überall mithinzunehmen, sodass sie alles, was die Erwachsenen tun möchten, mitmachen. Ob lange Abendessen in lauten Restaurants, ausgedehntes Shoppen oder sogar Aerobic bei Discomusik und Kunstlicht: Vieles wird inzwischen als „babygerecht“ angesehen. Solange wir die Babys ganz nah bei uns tragen, scheint es ok zu sein, sie diesem ganzen unnatürlichen Stress auszusetzen. „Bedürfnisorientiert“ nennt sich dann das Ganze, denn wir geben dem Baby in der Trage ganz viel Nähe. Ich frage mich: Wessen Bedürfnisse werden hier wirklich in den Mittelpunkt gestellt?

Dass wir diesen kleinen, zarten Wesen nur kurze, unruhige Schlafeinheiten statt langem, erholsamen Schlaf im eigenem Bett bieten, scheint viele nicht zu stören. Aber: Würden wir unseren Kindern nur einen kleinen Snack oder ein paar Gummibärchen geben, wenn sie Hunger haben?

Ohne Schlaf können wir nicht überleben

Es scheint fast so, als ob wir in unserer schnelllebigen und durch Medien beeinflussten Zeit vergessen haben, wie wichtig der Schlaf für uns Menschen (und besonders für die ganz Kleinen) ist. Dabei hat Schlaf für unseren Körper den gleichen Stellenwert wie Essen: er gibt uns Energie, macht uns aufnahmefähig und gut gelaunt. Wir können ohne Schlaf genauso wenig überleben wie ohne Essen! Warum also muss Schlaf immer „nebenbei“ laufen?

In meinen Schlafvorträgen kommt jedes Mal der Einwand: „Wenn ich mein Baby aber schon so früh ins Bett lege und es so lange schläft, dann sieht der Papa es ja unter der Woche kaum!“. Deswegen muss es länger wach bleiben und dann ganz „bedürfnisorientiert“ Nachts an Mamas Brust (ein-)schlafen, weil es übermüdet und überreizt ist und sich nicht mehr alleine beruhigen und einschlafen kann.

Die nächsten Schritte: Schreibabys, überaktive Kinder, außergewöhnlich ausgeprägte Trotzphasen, Regulationsstörungen…nicht jedes Kind steckt Schlafmangel einfach so weg. Und dann wird geseufzt, über die „schwierigen“ oder „gefühlsstarken“ Kinder.

Ein lösungsorientierter Ansatz für mehr Schlaf

Ich bin der Meinung, dass das Thema „Schlafmangel bei Babys und Kleinkindern“ in unserer Gesellschaft dringend mehr in den Fokus gerückt werden muss.

Liebe Eltern, ihr habt es der Hand, den Bedürfnissen eurer Babys zu folgen und ihnen den Schlaf geben den sie brauchen. Wieviel ein Baby in welchem Alter schläft könnt ihr in unserem Blog lesen.
Und vielleicht ist es die Sache wert, mal ein paar Jahre die eigenen Ansprüche zurück zu stellen, mehr Regelmäßigkeit und „zu-Hause-Zeiten“ zu pflegen, um in unserer reichen Gesellschaft den Wunschkindern die Möglichkeit zu geben, entspannt und gut gelaunt aufzuwachsen – nicht so, wie man sich mit ständigem Schlafmangel fühlt.
Das Buch „Traumhaft Schlafen“ gibt euch einen Leitfaden, wie ihr es mit einer Routine schafft eurem Baby in der heutigen Zeit genügend Schlaf zu geben – ganz bedürfnisorientiert.

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